• slide04
  • slide00
  • slide01
  • slide02
  • slide03

Langendorf Cycles - Der Underdog im Straßenverkehr

Jacke Barons & Bastards: Private White Rainrider, Navy, 630 € jetzt online shoppen!  Inhaber Jan Schulz-Langendorf vor seinem Laden in der Bismarckstraße 131.

Lena von Zabern

Von Lena von Zabern 

 

Von Schindelhauer bis Pelago:

Langendorf Cycles öffnet seine Türen und zeigt uns wie man heute stilvoll von A nach B kommt.


Klein aber fein: Selektion im Schaufenster von Langendorf Cycles

Der kleine Fahrradvertrieb Langendorf Cycles ist zwischen Blumenladen und Alster beinahe zu übersehen, wäre da nicht das Aufblitzen von Chrom und Stahlrahmen, dass sich in der Fensterscheibe spiegelt. Der Platz reicht gerade so für eine kleine Theke, modische Fahrrad Accessoires und jede Menge Stadträder. Mittendrin: Jan Schulz-Langendorf und seine Zweiradmechatronikerin Johanna Bauke. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Während Johanna in der kleinen Werkstatt an den Rädern bastelt, kümmert sich Inhaber Jan um die Kunden. 

Von Flip-Flop Nabe bis zu wartungsfreien Zahnriemen: Jan kennt sich aus. Er erklärt detailliert, hört genau zu und nimmt sich vor allem Zeit für die Dinge. Jeder soll hier die Möglichkeit haben, sein optimales Rad zu finden. Genauso traditionell wie der Name Langendorf-Cycles ist auch Jans Anspruch als Ladeninhaber: „Wenn es irgendwelche Probleme geben sollte, dann findest du mich jederzeit hier. Das ist mir wichtig. Der Kunde kauft bei Lagendorf und trifft dort auf Langendorf.“ 

 


Mit der Berliner Marke Schindelhauer, Pelago aus Helsinki und der Elektrobike Marke Coboc bietet Langendorf Cycles eine in Hamburg einzigartige Selektion aus innovativen Manufakturen von höchster Qualität. Es ist eine Sammlung von Rädern, die so vor 15 Jahren noch keinen Anklang gefunden hätten. „Früher haben die Leute noch Räder im Baumarkt oder beim Discounter gekauft. Erst seit ein paar Jahren haben Fahrräder wieder einen wirklichen Wert für sich bekommen. Man achtet darauf, dass es ein schönes Rad ist.“ Lange Zeit durch Autos und Motorräder verdrängt, erlebt das Fahrrad im Zuge des wachsenden ökologischen Bewusstseins in den 70er Jahren einen Höhenflug.

Mit dem Mountainbike Trend der 80er verschiebt sich das Interesse und bringt bedeutende technische Erneuerungen, wie die Mehrgang-Nabenschaltung, hervor. Dass ein Fahrrad jedoch mehr sein kann als ein ökologisches, schnelles und sportliches Transportmittel ist spätestens seit der Renaissance des Fixies, durch Vivienne Westwood und Armani, in der Modewelt bekannt. Das Lifestyle Magazin Robb Report kürte das Fahrrad nicht zuletzt als „Statement, sogar als Kunstwerk“[1], um jeden Weg möglichst stilvoll zurückzulegen. Im Gegensatz zum Mountainbike von damals sind die heutigen Fahrräder minimalistisch cool oder beleben alte Klassiker in retro Optik wieder. Der niederländische Stilexperte und Journalist Jeroen van Rooijen ist davon überzeugt, dass es dabei für jeden das richtige Exemplar gibt: „Es gibt tausende Arten von Fahrrädern, das Fahrrad ist also ideal um eine einzigartige Persönlichkeit auszudrücken. Es ist ein wichtiges Accessoire für die Jungen und die Junggebliebenen geworden.“[2]

 

 


[1] Robb Report, DE, März 17

[2] Swiss Info.ch, Interview by Renate Kuenzi

 

 

Für Jan Schulz-Langendorf sind die schicken Drahtesel mehr als nur modisches Beiwerk. „Wir achten darauf, dass die Räder über diesen Schönheitsaspekt hinaus auch noch funktional sind. Dass man mit diesen Rädern eben auch 10 - oder 50000 Kilometer fahren kann, dass ist gerade für mich mit meinem Hintergrund wichtig.“ Der gebürtige Hamburger verbringt seine Kindheit mit Fahrradfahren und dem großen Traum vom Radrennprofi. „Ich bin als Jugendlicher wie verrückt durch die Norddeutsche Tiefebene mit dem Rennrad gefahren. Damals wollte ich unbedingt Radrennfahrer werden.“ Der Traum platzt, doch Jan behält seine Leidenschaft für das Rad bei. Der Optimist sattelt um, beginnt sein Studium der Politikwissenschaften an der Universität Hamburg und verdient sich nebenher sein Geld im Eimsbütteler Fahrradladen Two wheels good. Schnell arbeitet sich der sympathtische Student zum Shop Manager hoch. Als 2017 das Angebot kommt den Laden zu übernehmen, nimmt er kurzerhand seinen Mut zusammen und legt ein Urlaubssemester ein. 

 

Barons &  Bastards im Interview mit Langendorf Cycles

 

Links: Mehr als nur funktional: Die Fahrradspeiche als Kunstwerk für sich.

 

Rechts: Jan Schulz-Langendorf unterwegs auf dem Schindelhauer Sigfried, Aluminium, 1550 €

Rechts: Jan Schulz-Langendorf unterwegs auf dem Schindelhauer Sigfried, Aluminium, 1550 €

„Ich habe sofort ja gesagt, das war schon immer mein Traum! Natürlich habe ich dann kurz vor Eröffnung nochmal Panik bekommen und dachte mir: Was hast du dir da jetzt eingebrockt, wie gehst du damit um? Aber zu Mut gehört eben immer auch ein bisschen Leichtsinn. Es war definitiv die richtige Entscheidung!“

 

Seitdem überzeugt der 30-Jährige mit Fachwissen, Leidenschaft und eigener Erfahrung. Er hat hohe Ansprüche an seine Räder, setzt auf Haltbarkeit und Qualität und ist ständig auf der Suche nach neuen, kreativen Designs. Den Fokus auf kleine Manufakturen möchte er beibehalten. Die Beziehung zwischen Herstellung und Verkauf ist Jan Schulz-Langendorf dabei sehr wichtig. Lieferengpässe werden durch den persönlichen Kontakt zum Hersteller wieder wettgemacht, der auch mal hilft, wenn es Probleme geben sollte, die Jan und Johanna nicht direkt selbst beheben können. Als Premium Reseller von Schindelhauer und Pelago führt Langendorf Cycles ein Sortiment, dass der durchschnittliche Fahrradladen nicht aufweist. „Es sind keine Räder für einen riesigen Laden, deshalb passen sie gut in unser kleines ausgewähltes Sortiment.“

 

_______________________________________________

[1] Swiss Info.ch, Interview by Renate Kuenzi

 

Auch mit seinen spezielleren Modellen wie dem Urban Arrow Lastenrad verbindet ihn eine persönliche Geschichte. Als Familienvater ist Jan selbstverständlich auch mit seinen drei Kindern auf dem Rad unterwegs. Dabei sorgen Kippstabilität und E-Motor für ein gelungenes Sicherheitskonzept mit dem sich auch größere Strecken bewältigen lassen. Wenn man Jan fragt, was die Zukunft bringt, dann lacht er nur. Es gibt noch viele Träume die sich der Hamburger erfüllen möchte. Ein Haus, das man irgendwann an die Kinder weitergibt, ein bisschen mehr Platz im Laden für neue Räder und alltagstaugliche Fahrradbekleidung. Oder einfach mal wieder eine ausgedehnte Fahrradtour, die Gepäcktaschen packen, sich auf den Sattel schwingen und einfach losradeln. Stilvoll bis nach Skandinavien? Bis dahin muss sich Jan noch mit den Hamburger Straßen begnügen. Eine ordentliche Portion Coolness ist ihm dabei jedoch sicher- ob mit Kindern, auf Reisen oder an der Alster: „So ein bisschen ein rebellisches Image hat das Fahrrad ja immer noch. Solange es noch nicht so ist wie in Belgien oder in den Niederlanden, ist man immer noch ein wenig der Underdog im Straßenverkehr.“ 

Auf zu neuen Abenteuern: Jan blickt optimistisch in die Zukunft, Fahrrad: Schindelhauer Sigfried, Aluminium, 1550 €, Jacke Barons & Bastards: private White Rainrider, Navy, 630 € jetzt online shoppen!

Das Schindelhauer Sigfried ist jetzt ab Juni im Barons & Bastards Store in der Milchstraße 10 zu bewundern. Ein Gang reicht, um elegant durch die Stadt zu jagen oder den täglichen  

Weg ins Büro zum Kurzurlaub werden zu lassen. Anstelle einer herkömmlichen Kette sorgt der wartungsfreie Gates Carbon Drive CDX CenterTrack Zahnriemen für eine leichte, geräuschlose und temporeiche Fahrt. Optisch wird Siegfried mit klassisch anmutenden, polierten Komponenten und den Lederapplikationen von Brooks zum Highlight.  Dank der Flip-Flop-Nabe lässt sich Siegfried als Fixed-Gear oder als Singlespeed fahren. Kommen sie vorbei und überzeugen Sie sich selbst vom coolsten Accessoire dieses Sommers!